Z u viel Werbung kann dem Geschäft abträglich sein. Da hatte der Chef eines Pizzaladens in Washington verbreitet, an der Menge der nachts bestellten Pizzas könne er vorhersagen, ob sich eine Krise in der Welt anbahne. Der Grund: Bei ihm ordern die Geheimagenten des amerikanischen Geheimdienstes CIA, wenn ihnen während einer nächtlichen Krisensitzung der Magen knurrt. Kaum stand dies in der Zeitung, gab es keine vorhersehbaren Weltkrisen mehr.

Offensichtlich ist es besser, in einem Club mit Dach und Wänden Sport zu treiben, als an der frischen Luft. Zumindest im Elsass. Dort kann ein Bussard die Jogger nicht ausstehen, und wenn Jogger durch den Wald laufen, kreist der Raubvogel über ihnen, stößt herab und hackt hinterrücks auf sie ein. Die Polizei des Örtchens Maîche schlägt vor, die Jogger sollten doch Kopfschutzhelme tragen wie die amerikanischen Footballspieler. Die aber sind ja meist mit grellen Farben angemalt. Grelle Farben aber, so meinen Ornithologen, seien wahrscheinlich der Grund für die Aufregung des Bussards, der sich über die schreiend bunten Freizeitanzüge erbost. Der Vogel hat offenbar Geschmack.

In der Wiener U-Bahn-Linie Nummer 3 musste eine Frau 400 Schilling Strafe zahlen, weil sie am Stephansplatz von zwei Kontrolleuren ohne Billett angetroffen wurde. Sie behauptete zwar, eine Fahrkarte gelöst zu haben, doch alle anderen Fahrgäste weigerten sich, zu ihren Gunsten auszusagen, denn die Frau hatte einen farbigen Mitfahrer mit rassistischen Sprüchen beschimpft, woraufhin er der Frau den Fahrschein aus der Hand riss und aufaß.

Der Umgang mit Büchern fällt intoleranten Menschen immer schwer. In Amerika haben christliche Fanatiker es geschafft, zahlreiche literarische Klassiker aus Stadt- und Schulbibliotheken zu verbannen. Jetzt gingen die fundamentalistischen Christen so weit, die Bibel in der Schule von Brooklyn Center in Minnesota verbieten zu wollen, da es darin von gewalttätigen und obszönen Passagen wimmele. Die erleuchtete Schulverwaltung lehnte den Antrag jedoch einstimmig ab.

Als tierlieb haben sich die Richter des Verwaltungsgerichts in Würzburg erwiesen. Sie haben letztens ein Open-Air-Konzert mit drei Livebands in einer Burgruine untersagt. Diese Burgruine – so die Hüter des Gesetzes – liege in einem besonders wertvollen Naturschutzgebiet, und durch die laute Musik würde das Paarungsverhalten von Insekten gestört.

»Wie laut wiehert ein Amtsschimmel?« Diese Frage stellt ein Abgeordneter aus dem Gemeinderat von Düren, denn dort wird viel Lärm um nichts gemacht. Schon lange rauscht ein Bach mitten durch die Stadt, und dieses Natursubjekt erzeugte einen Lärm von rund 60 Dezibel. Nun wurde am Mühlenteich wieder ein Mühlrad gebaut, das nicht nur schön ist, sondern auch Elektrizität erzeugt und das Rauschen des Baches auf 52 Dezibel dämpft. Ein Beamter will das Mühlrad jetzt wieder abschaffen, da die Vorschriften dafür nur einen Lärm von 45 Dezibel zulassen.

Heute früh hat ein Dieb in Göttingen einen Polizeihund aus dem Zwinger der Bahnpolizei geklaut. Als die von der Bahnpolizei alarmierten Schupos kamen und den Dieb stellen wollten, griff der Polizeihund die Wachleute an. Die konnten sich durch einen Sprung in ihren Streifenwagen retten. Nur die Dummheit des Diebes half ihnen dann weiter. Statt wegzurennen, ließ er sich von den Bullen überreden, den Hund anzubinden. Kaum hatte er es getan, haben die ganz unbarmherzig den Dieb verhaftet.

Beute machen ist zwar nicht die Aufgabe von Soldaten, aber die tun ja sowieso manches, was nicht unter die Dienstvorschriften fällt. Deshalb sind zwei Bundeswehroffiziere sogar degradiert worden. Sie hatten nämlich das Zubereiten und den Verzehr von Regenwürmern als Lektion für die Ausbildung von wehrpflichtigen Sanitätssoldaten angeordnet. Zwei Rekruten haben mit Ekel und Abscheu die Würmer gegessen, ein dritter lief an einem Wurm würgend im Kreise herum, und der vierte übergab sich. Der Bataillonskommandeur hatte das Regenwurmessen zwar verboten, konnte es aber nicht verhindern, weil er zur Zeit des Regenwurmvorfalls gerade krank war. – Er hat einen empfindlichen Magen.

In ländlichen Gegenden Amerikas gibt es für Jugendliche wenig Unterhaltungsangebote, weshalb sie sich auf den Parkplätzen nachts geöffneter Läden treffen. Da werden die Teenager schon mal ausfällig, was wiederum Kunden abschreckt. Weder Verbotsschilder noch Polizeieinsätze konnten daran etwas ändern. Jetzt haben die Ladenbesitzer eine wirksame Waffe gegen die Jugendlichen gefunden. Sie lassen ganz einfach Musik durch Lautsprecher ertönen, und die Teenager verschwinden holterdiepolter. Nun handelt es sich bei der Musik um besonders ausgesuchte Töne. Als Vertreibungshits gelten Mozarts Kleine Nachtmusik oder auch Bachs Brandenburgische Konzerte. Ein Ladenbesitzer im kalifornischen Sacramento schwört auf Beethovens Neunte.

Lassen Sie es sich eine Lehre sein, was der amerikanischen Grundschullehrerin Carol Stevenson widerfuhr. Sie hatte gewettet, dass ihre 23 Schüler es nicht schaffen würden, in einem Monat 7000 Buchseiten zu lesen. Sie verlor haushoch und musste deshalb sieben lebende Regenwürmer essen. Aber die Schüler hatten Mitleid mit ihrer Lehrerin und brachten ihr Ketchup und Senf mit.

Wenn mit den vorhandenen Steuern nicht genug Geld in die Kassen kommt, macht man entweder Schulden oder erfindet neue Abgaben. Da waren die preußischen Fürsten erfindungsreicher als heute der bayrische Bundesfinanzminister: König Friedrich I. von Preußen forderte von unverheirateten Frauen vierteljährlich sechs Groschen »Jungfernsteuer«, sein Sohn, Friedrich Wilhelm I., führte die Vergnügungssteuer auf Lustbarkeiten aller Art ein, und schließlich wurde sogar eine Abgabe verlangt für den Besitz von Strümpfen und Pantoffeln und für das Tragen von Perücken. Neidisch blicken wir zurück auf eine Zeit, in der Politik noch mit Phantasie betrieben wurde.

Es klagen ja so viele Menschen über den Verlust der Werte in der Gesellschaft. Auch Herr Nitsche tat dies, als er bei seinem Arzt ein kleines Wehwehchen behandeln ließ. Der Arzt stimmte in das Klagelied ein, der Mammon sei aller Götze, drum sei keiner mehr bereit, sich übergeordneten Werten unterzuordnen, ließ zwei Tassen Kaffee kommen, und eine geschlagene halbe Stunde untersuchten Arzt und Patient die Gebrechen der Gesellschaft. Zwei Wochen später erhielt Herr Nitsche die Arztrechnung. Sie war ungewöhnlich hoch. Der Grund? »Besonders intensive Beratung«.

Endlich eine gute Meldung. Die Nachrichtenagentur Reuters tickert heute um 14 Uhr 23 durch: Die amerikanischen Herzspezialisten Dr. Gary Friedman und Arthur Klasky hätten ein Mittel gefunden, mit dem jeder Mensch die Gefahr eines Herzinfarkts um 50 Prozent vermindern könne. Die Doktoren raten, jeden Tag zwei Gläser Bier, Wein oder Schnaps zu trinken. Das scheint sich schnell herumgesprochen zu haben, denn die Deutsche Presseagentur meldet um 14 Uhr 29: Die Deutschen sind Weltmeister im Trinken.

In Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, kann man ja alles verkaufen, auch die Glückseligkeit. Aber manchmal geht es auch daneben. Der todkranke Tom wollte nichts unversucht lassen und schickte dem Glückseligkeit verheißenden Prediger Robert Tilton eine Spende über 75 Dollar, doch bald darauf starb er. Vier Monate später bedankte sich der Gottesmann bei Tom für die Spende und bat um mehr. Doch nur die trauernde Witwe las, was der Prediger versprach: »Gott redete heute Morgen zu mir vor allem über dich, Tom, und er wird dich heilen.« Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt’s da nur eins, und das tat die Witwe: Sie verklagte den Prediger auf 40 Millionen Dollar Schadensersatz, denn sie habe einen Schock erlitten. Und fordert vom Gericht zu klären, ob Gott vergesslich sei.

Waschlappen werden in Schweizer Hotels am häufigsten geklaut, meldet die Fachzeitschrift htr hotel revue. Denen folgen Badeartikel, Bademäntel, Zahnputzgläser. Die Zeitschrift schließt daraus, »dass der durchschnittliche Langfinger ein recht reinlicher Typ ist«. Es verschwinden aber auch große Gegenstände wie Terrassenstühle, Staubsauger und Fernsehgeräte. Die Diebe lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Der Geschäftsmann stiehlt danach mehr als der Feriengast. Und der Geschäftsmann greift schneller zu, der Feriengast ist dagegen wählerischer. Er hat ja auch mehr Zeit bei schlechtem Wetter.

»Er war ein Kunsthandwerker, wenn Sie wollen, so etwas wie ein Tischler. Niemand hat gelitten, er war sehr schnell«, so beschrieb Joyce Dernley aus Sydney die Handfertigkeit ihres letzte Woche verstorbenen Mannes. Der war einst Großbritanniens letzter Henker.

Das traditionelle Gericht Hammelragout mit Kartoffeln wird in Restaurants des zentralchinesischen Ortes Chongqing besonders schmackhaft zubereitet. Doch den Köchen von achtzig Gaststätten machte die Polizei jetzt einen Strich durch die Rechnung: Sie beschlagnahmte die Gewürze. Denn das waren besondere Kräuter: Ein Pfund Opium im Monat verkochte jeder Küchenchef mit seinem Ragout.

Weil sie in der Nordsee-Zeitung stand, stimmt auch diese Meldung: An Bord eines Schiffes im niederländischen Wattenmeer überkam einen Brautvater während der Hochzeitsfeier für seine Tochter die Seekrankheit. Über der Reling hängend opferte er Neptun alles, so auch seine Zahnprothese. Drei Monate später zog ein Fischer aus Amsterdam einen riesigen Kabeljau aus der Nordsee und fand im Bauch des Fisches – ein Gebiss. Darüber amüsierte sich der Lokalsender Noord-Holland, den wiederum der zahnlos mümmelnde Mann hörte. Er fuhr zum Sender, wo die Prothese lag – und sie passte.

Was nicht verboten ist, ist erlaubt, sagte sich beim letzten Hamburger Alstereisvergnügen ein frierender Standbesitzer und brachte ein Heizgerät mit, das sich unbemerkt durch das Eis nach unten verabschiedete.

Bücher sind die neue Droge. Es gibt sogar eine Beschaffungskriminalität. Am schlimmsten trifft sie Universitätsbibliotheken. Angehende Juristen und Theologen scheinen am meisten suchtgefährdet – sie sind Spitzendiebe, obwohl die Theologen doch predigen: »Du sollst nicht stehlen«, und die Juristen für die Einhaltung der Gesetze zuständig sind. Entsetzt meldet Jürgen Kenst von der Universitätsbibliothek Mainz: »Neulich hatte ich sogar ein Kirchenrechtslexikon in der Hand, in dem die Artikel Eigentum und Gewissen fehlten. Jemand hatte sie rausgerissen.«

Wie weit das Fernsehen die Geschichte beherrscht, zeigt der Ausspruch von Jukka Knuuti, einem Beamten des finnischen Verteidigungsministeriums. Er sagte: »Die baltische Verteidigungsdoktrin beschreibt man am besten als die CNN-Verteidigung. Die Idee ist, nur so lange Widerstand zu leisten, bis die ganze Welt im Fernsehen gesehen hat, dass man angegriffen wurde.«

Es ist ja bekannt, dass die königliche Familie einen Sinn für die Presse hat, weshalb heute Abend auch wir, die 3012 beim Gipfel angemeldeten Journalisten, in den Buckingham-Palast geladen sind. Nicht zum Essen, eigentlich auch nicht wirklich in den Palast, sondern draußen – dort, wo normalerweise die Pferde stehen. Da können wir dann dem Musik- und Laserspektakel beiwohnen, das für die edleren Gäste gedacht ist. Freibier gibt es für die Journalisten im Überfluss, aber – so heißt es auf der Einladung –: keine Toiletten.

Fußball sei Männersache, das, meine Damen, behaupten Männer gern, die sowieso meinen, sie seien schlauer als Frauen. Dass Frauen nicht dümmer sind als Männer, aber für dumm verkauft werden, haben amerikanische Wissenschaftlerinnen jetzt wieder einmal beklagt: So wird Mädchen etwa der Mut genommen, sich mit Mathematik zu befassen. Und wie geschieht das? Indem ihnen immer wieder der Satz eingetrichtert wird: »Matheunterricht ist schrecklich.« Und wer sagt das? Eine sprechende Barbiepuppe, die 25 Dollar kostet.

Was ist los mit den Buchhändlern? Ihr Ansehen ist gesunken. Nach der Rangliste über das Berufsprestige genießen Ärzte weiterhin die größte Anerkennung, gefolgt von den Pfarrern. Dann kommen die Rechtsanwälte, die die Professoren von Platz drei verdrängt haben. Kein gutes Bild geben die Journalisten ab, die den 13. von 18